Erneut einen Punkt verloren!

So muss das Fazit der Kamenzer nach dem 22:22 beim SV Koweg Görlitz lauten. In einer für den Zuschauer sicherlich sehr spannenden Partie, welche man über weite Strecke dominierte, musste sich die Mannschaft von Trainer Matthias Wolf letztlich, durch ein mehr als unnötiges Gegentor ca. 30 Sekunden vor dem Ende, mit einer Punkteteilung zufrieden geben.

 

Nachdem man in der Vorwoche zu Hause gegen den EHV Aue den ersten Doppelpunktgewinn der noch jungen Sachsenliga-Saison einfahren konnte, war man gewillt nachzulegen. Die Bedeutung dieses Spiels wurde im Vorfeld als „wegweisend“ deklariert, da man bei einer Niederlage weiter in den unteren Gefilden der Tabelle verweilen würde, während ein Sieg das Gegenteil bewirken würde. Zusätzliche Brisanz ergab sich geschuldet der Tatsache, dass die Mannschaft aus Görlitz Matthias Wolfs letzte Trainerstation war und dieser sich sicherlich keine Blöße geben wollte.

Pünktlich um 17 Uhr ging es los und die Anfangsminuten gehörten dem Gastgeber. So leuchtete nach einigen Minuten ein 3:1 auf der Anzeigetafel. In der Folgezeit bekam der HVH sein Angriffsspiel besser in den Griff. Immer wieder konnten Lücken in der recht offensiv agierenden Abwehr der Gäste gefunden werden, welche Torerfolge hauptsächlich über die Kreisposition oder aber Strafwürfe zur Folge hatten. In dieser Phase des Spiels bis zur Mitte der ersten Halbzeit konnte sich kein Team absetzen und nach einer 1-Tore-Führung folgte jeweils der Ausgleich. Von da an, bis zur Halbzeitpause zeigte der HVH seine mit Abstand beste Phase der Partie. Die Abwehr, welche nun auch den Rückraum der Gastgeber besser im Griff hatte, machte es den Görlitzern schwer zu aussichtsreichen Torchancen zu kommen. Was dennoch den Weg zum Tor fand, wurde von Torhüter Peer Purschke pariert. Sogar zwei 7m (drei insgesamt im Spiel) konnten von Ersatztorhüter Kay Tomschke entschärft werden. Im Angriff spielte man sehr geduldig und wartete auf seine Chancen. Zudem verwandelte, anders als seine Gegenüber, Aurelijus Stankevicius seine Strafwürfe in dieser Phase sicher (insgesamt 8 von 10 im Spiel). Insgesamt kann man also sagen, dass man das Spiel absolut im Griff hatte. Der verdiente Lohn war eine 12:7 Halbzeitführung aus Sicht der Kamenzer. Nur eine nicht optimale Chancenverwertung verhinderte eine noch höhere Führung. Dementsprechend zufrieden zeigte sich Trainer Wolf. Mit dem Appell die Spannung vor allem in der Abwehr aufrecht zu erhalten und da weiter zu machen, wo man aufhörte, ging es in die zweite Hälfte.

Leider schaffte man es nicht die Konzentration in der Abwehr entsprechend hoch genug zu halten. Immer wieder konnten die Görlitzer zu leicht herausgespielten Toren kommen, während man im Angriff etwas erlahmte. Die Quittung dafür war der Ausgleich zum 15:15 in der 42. Minute auf den wenige Minuten später die 16:15 Führung der Gastgeber folgte. Die Neißestädter hatten also binnen einer viertel Stunde den 5-Tore-Rückstand egalisiert. Allerdings kostete diese Aufholjagd Kräfte, was sich der HVH zu nutze machte und nun auch wieder besser ins Angriffsspiel fand. Die Führung der Kamenzer pendelte nun zwischen ein und zwei Toren bis zum 19:21 aus görlitzer Sicht. In den Folgeminuten konnte Koweg den Ausgleich erzwingen, ehe der HVH ein letztes mal mit 22:21 in Führung gehen sollte. Es war noch eine Minute zu spielen und die Abwehr der Kamenzer stand sicher, sodass Görlitz vor drohendem Zeitspiel aus ungünstiger Position über einen Drei-Mann-Block abschließen musste. Der haltbare Ball zappelte 30 Sekunden vor Spielende im Netz. Die Mannschaft aus Kamenz schaffte es in der verbleibenden Spielzeit nicht mehr zu einer Torchance  zu kommen und auch ein direkter Freiwurf durch Stankevicius nach Ablauf der regulären Spielzeit konnte den verloren Punkt nicht zurückholen.

Am Ende steht eine Punkteteilung, zu der es nach der 5-Tore-Führung zur Halbzeit niemals hätte kommen dürfen. Insgesamt darf man trotzdem nicht alles schwarz sehen. So bleibt zu bemerken, dass in der Abwehr eine stetige Entwicklung stattfindet, die in dieser Saison sicherlich noch einige Male belohnt werden wird. Problematisch scheint derzeit die Chancenverwertung. Mit nur 22 Toren ein Spiel zu gewinnen, ist möglich, aber schwierig. Nach den „verlorenen“ Punkten gegen Radeburg und Hoyerswerda, ist das nun der 4. Punkt, der in dieser Saison bereits unnötigerweise liegen gelassen wurde. Es steht also noch einiges an Arbeit an, wenn man in Zukunft seine guten Leistungen belohnen und die Punkte holen möchte.

Nun hat die Mannschaft drei Wochen Zeit sich auf die nächste Partie vorzubereiten, in der  man es gegen die HSG Oschatz/Riesa besser machen und den ersten Auswärtssieg der Saison einfahren möchte.

 

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